
Tsingy stammt aus der madagassischen Sprache und bedeutet „wo man nicht barfuß gehen kann“ - eine treffende Bezeichnung für die scharfkantigen Kalksteinspitzen, die wie ein steinerner Wald in den Himmel ragen.
Der Tsingy de Bemaraha Nationalpark liegt im Westen Madagaskars, etwa 300 km nordwestlich der Hauptstadt Antananarivo, in der Region Melaky. Das Gebiet umfasst rund 1.500 km² und ist berühmt für seine spektakulären Karstlandschaften aus Kalkstein, die sich über Millionen Jahre durch Erosion gebildet haben.
Die bis zu 100 Meter hohen Felsen bilden ein fast unzugängliches Labyrinth aus Schluchten, Spalten und Plateaus. Zwischen den Felsen gibt es Höhlen und Hängebrücken.
Ökologisch ist das Gebiet von herausragender Bedeutung: Die Tsingy beherbergen eine außergewöhnlich hohe Zahl endemischer Arten, darunter mehr als 10 Lemurenarten, seltene Reptilien und zahlreiche Pflanzen, die sich an die extremen Bedingungen angepasst haben.
Der Park wurde 1990 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt – wegen seiner geologischen Einzigartigkeit, seiner Biodiversität und seiner weitgehend unberührten Wildnis. Heute gilt er als eine der spektakulärsten Landschaften Afrikas und ist sowohl für Forscher:innen als auch für abenteuerliche Reisende ein faszinierendes Ziel.